Ihr Eberl Hattenhofen

Historie des Eberl in Hattenhofen

Bereits 1571 wurde urkundlich in Hattenhofen eine Tafernwirtschaft unter einem Besitzer namens Georg Sedlmeier aufgeführt.

Es handelte sich um einen „1/2 Hof“ , der der Kirche zinspflichtig war, auf halbem Wege zwischen München und Augsburg an der historischen Salzstrasse gelegen. 1739 wurde dann das heutige Gasthaus erbaut.

Hof ca. 1900

Andreas Eberl, der Großvater des heutigen Eigentümers, kaufte 1910 das Anwesen mit 300 Tagwerk von Jakob Braumiller. Zuvor hatte es einer Familie Huber gehört. Er baute 1918 ein stattliches Haus, das er mit samt schönem Garten der Kirche schenkte, um daß Hattenhofen wieder einen Pfarrer bekäme. Heute wird dieses Haus am Ortseingang immer noch als Pfarrhaus genutzt. Im Jahre 1921 baute er sich im damaligen Garten sein Austragshaus und im selben Jahr war er auch Mitbegründer des örtlichen Gesangsvereines, der nach wie vor im Gasthof Eberl seine Vereinsheimat hat.


1929/1930 wurde der Hof aufgeteilt unter den Geschwistern Andreas und Franz Xaver Eberl. Das Austragshaus mit Grund ging an die Schwester Kaharina Eberl. 1939 übernahmen Andreas Eberl und seine Frau Monika Frietinger, die ebenfalls aus einer alten Wirtsfamilie stammte, den Gasthof. Zum stattlichen Anwesen gehörten damals immer noch Landwirtschaft, Metzgerei, Schlachthaus, Fremdenquartiere, offene hölzerne Kegelbahn, Streuobstwiesen, Bienenhaus, 75 Tagwerk Äcker und Wiesen sowie 30 Tagwerk Wald. Früher zur Bierkühlung genutzt, besitzt der Gasthof noch immer zwei „Eisweiher“ am westlichen Dorfende.

Hof ca. 1910 Hof ca. 1910

Ein Fliegerangriff am 29.April 1945 führte dazu, dass der älteste Teil des Hauses samt dem Stadel abbrannte. Er wurde noch im selben Jahr wieder aufgebaut, der Gasthof nach rückwärts hin erweitert.

1971 wurde das Anwesen an den Sohn Andreas Eberl mit seiner Frau Magdalena Heinzinger, wieder aus einer alten Wirtsfamilie in Rottbach stammend, übergeben.


Andreas Eberl senior wiederum hat Anfang 2007 den Gasthof mit Metzgerei Eberl in Hattenhofen an seine beiden Töchter übergeben. Damit hat hier die vierte Generation seit 1910 die Steuerung übernommen.

Der überregional bekannte und traditionsreiche Gasthof mit Metzgerei Eberl wurde nach erfolgter Übergabe in 2007 von den beiden Töchtern Viktoria Eberl-Stefan und Christine Hattensperger weitergeführt. Für die geschätzte Kundschaft änderte sich dadurch im positiven Sinne nichts, da alles in bereits seit vielen Jahren bestens bewährten Händen blieb.

Aufgrund der hervorragenden Ausbildung von Viktoria als Köchin bei namhaften Hotels im Allgäu (Abschluss der Lehre als Landkreisbeste Oberallgäu im Jahr 1999) konnte die Küche beim Eberl seither erfolgreich weitergeführt und behutsam verfeinert werden. Die jüngste Auszeichnung Anfang 2007 durch die Zeitschrift "Feinschmecker" (die 350 besten Adressen Bayerns) bestätigt die hervorragende Küche und die feine Metzgerei.

Auch die Metzgerei wird bereits seit mehreren Jahren von der jungen Generation geführt. Das freundliche kompetente Verkaufsteam, der moderne Laden und die schnelle Bedienung gehen Hand in Hand mit der handwerklich selbst hergestellten, frischen Ware und der hervorragenden Qualität der Produkte. Die Metzgerei wird geleitet von Tochter Christine Hattensperger. Bei der Übergabe hat Seniorchef Andreas Eberl persönlich dafür Sorge getragen, dass seine alten Hausrezepte übernommen wurden. Tochter Christine hat die Ausbildung als Metzgereiverkäuferin im Jahr 1988 als zweite Kammersiegerin der Handwerkskammer München abgeschlossen und zusätzlich eine Ausbildung in der Hotel-Berufsfachschule Kermess in München mit einem 1,0 -Notenschnitt im Jahr 1995 absolviert.


MaibaumEntscheidend bei der Übergabe des Betriebes war aber auch, dass Viktoria Eberl und Christine Hattensperger den Betrieb auch in Zukunft in der bisherigen, altbewährten Form weiterführten. Dies bedeutet, dass insgesamt 30 Voll-und Teilzeitarbeitsplätze inklusive mehrerer Ausbildungsplätze, am Ort gesichert sind. Damit ist die Zukunft des Traditionsbetriebs Eberl, eine Institution in der Region und der letzte Metzgerwirt im ganzen Landkreis Fürstenfeldbruck, gesichert. Keine Selbstverständlichkeit in Zeiten, in denen gepflegte Landgasthöfe in Privat- oder Familienbesitz immer seltener werden.

Die Küche beim Eberl ist aus Überzeugung gepflegt bayrisch-traditionell. Das heißt: Man belebt alte Gerichte neu in bayerischer Tradition. Regionale und saisonale Gerichte, hausgemachte Spezialitäten und frische Produkte sind Ihre Überzeugung. Verwendet werden Rindfleisch vom Angus-Weiderind, Bio-Puten und Schweinefleisch aus der eigenen Metzgerei, die Tiere stammen von Bauern aus dem Ort und der nahen Umgebung. Auch der bayerischen Küche sind vegetarische Köstlichkeiten bekannt und diese kann man ebenfalls hier genießen. Es gibt täglich wechselnde hausgemachte Spezialitäten...wie die Dampfnudel, aber auch kräftige Suppen und natürlich deftige Brotzeiten.


Das gepflegte Bier kommt bereits seit 1910 von der regionalen Brauerei Maisach, Sedlmair-Wieser. Von dieser stammt auch das fein herbe dunkle „Räuber Kneissl-Bier“ und das fassfrische Kellerbier aus dem Steinkrug, das nicht als Flaschenbier erhältlich ist.

Im gemütlich eingerichteten Gasthof wird echte bayerische Gastlichkeit noch gepflegt. Für Familienfeiern und Festlichkeiten stehen Stube – mit Kachelofen – Nebenzimer, Saal und sehr schöne Sonnenterasse zur Verfügung.

Im Wirtshaus herrscht reges, geselliges Leben, so wie sich das für ein richtiges bayrisches Dorfwirtshaus gehört. Dauergäste sind der Gesangsverein und der Obst-und Gartenbauverein. Alle 4 Jahre wird ein Maibaum direkt vor dem Wirtshaus aufgestellt. Im Frühjahr spielt die Theatergemeinschaft Volkstheater im Saal und im Herbst an Kirchweih gibt's Auszog'ne und Gäns. Um den 25. November wird Kathrein mit Tanz gefeiert.


Übrigens: Im Stadtmuseum Fürstenfeldbruck im Fürstenfelder Kloster ist die Nachbildung eines historischen vierspännigen Salzfuhrwerks ausgestellt, dessen Original in der Stube des Gasthof Eberl zu sehen ist.

Salzfuhrwerk

Gründe für einen schönen Ausflug nach Hattenhofen und zur Einkehr beim Eberl gibt es also wahrlich genug. In einen Gasthof mit über 400 Jahren Tradition, der heute der letzte Metzgerwirt im Brucker Land und Umgebung ist.

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